Die Römerstraße im Hardtwald

Das Römische Weltreich war von einem weitverzweigten Straßennetz durchsponnen. Diese Infrastruk- tur diente dem Handel und vor allem auch militärisch-strategisch den notwendigen Truppenbewe-gungen.

 

In der Rheinebene im römischen Zehntland zwischen Rhein und Limes lagen bedeutende Römerstädte: Basel (Basilea), Straßburg (Argentoratum), Baden-Baden (Aquae), Ladenburg (Lopodunum), Mainz (Mo- gontiacum). Sie waren durch technisch hochwertige Straßen verbunden.

 

Linksrheinisch führte eine Römerstraße von Straßburg über Seltz und Rheinzabern nach Mainz. In unserer Region verlief eine Hauptverbindung entlang des Schwarzwaldsaums, die zweite entlang des Gestadebruchs auf dem hochwassersicheren Hochgestade. Von beiden Seiten des Rheins gab es Quer- verbindungen, die wie z.B. bei Bickesheim auf die Nord-Süd-Routen trafen.

 

Schräg durch den Hardtwald verlief eine Römerstraße vom Hochgestade bei Bietigheim kommend nach Ettlingen. Im Hardtwald bildet sie noch heute bis zur Malscher Straße als "Römerstraße" unsere Ge- markungsgrenze zu Bietigheim, von der Malscher Straße bis zum Leonharder Weg die zu Malsch. Dann verliert sie sich bis zum Triftweg, von wo aus sie bis zum Waldgewann "Ausbusch" am Bruchhausener Weg beim Schießplatz parallel zum "Hirschlochweg" verläuft. Dort (und ebenso am Bickesheimer Platz) steht eine Hinweistafel mit informativen Erklärungen.

 

Das Profil der Römerstraße ist zum größten Teil noch heute als Bodenwelle deutlich zu erkennen.

 

Im Ausbusch wurden 1983 durch das Landesdenkmalamt Karlsruhe archäologische Grabungen durch-geführt. Dabei wurde der historische Straßenkörper auf einer Länge von 12 m untersucht. Die alte Römerstraße besitzt eine Breite von ca. 4 m. Die Straßenmitte liegt bis zu 1,20 m über den beidsei- tigen Straßengräben, die zur Entwässerung dienten. Aufgebaut wurde die Straße mit einer aus 2 bis 3 Schichten bestehenden Kiesschüttung ohne Pflasterung. Sie ist in der Regierungszeit des Kaisers Ves- pasian (~ 74/75 n. Chr.) gebaut worden.

 

Die heute noch im Ort bestehende "Römerstraße" führte sicher nicht durch das Tiefgestade. Sie kann als Teil der am Gestadebruch entlang führenden Römerstraße gesehen werden. In den 1930er Jahren fand man im Abschnitt zwischen Pfarrhaus und Würmersheimer Straße beim  Bau der Wasserleitung Pflasterreste aus der Römerzeit.

 

 

 

 

Infotafel Römerstraße
Tafel im Hardtwald.pdf
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