Wahlspruch der Gemeinde Durmersheim von 1748:

RICHTER RICHT RECHT, GOTT IST HERR UND DU BIST KNECHT!

 

 

Aus dem alten historischen Rathaus von Durmersheim, ein 1748 erbautes und 1972 abgerissenes Fachwerkgebäude, befindet sich im Hardtmuseum als ein- ziges erhaltenes Relikt ein Eichenholzbalken, auf dem der damalige Schult- heiß Johannes Tritsch, Stabhalter Friedrich Becker und Bürgermeister Peter Vö- gele den Wahlspruch der Gemeinde Durmersheim einschnitzen ließen:

 

"RICHTER RICHT RECHT,

GOTT IST HERR

UND DU BIST KNECHT!"

 

In der Sprache des modernen Kommunalmarketings dienen solche Slogans da- zu, die Eigenart und Philosophie einer Gemeinde kurz und treffend auszu- drücken.

 

So wirbt die Gemeinde Durmersheim auf ihrer aktuellen Internetpräsenz mit der Wortreihe „Menschen, Tradition, Zukunft“ für sich - Schlagworte, die Ver- gangenheit, Gegenwart und Zukunft unseres Ortes zum Ausdruck bringen.

 

Das alte Rathaus war ein stattlicher Fachwerkbau aus dem Jahr 1748 und hatte seinen Standort an der Stelle der heutigen Raiffeisenbank. Damals war diese Lage das Ortszentrum. In unmittelbarer Nähe standen die alte Pfarrkirche mit dem Friedhof, das Pfarrhaus und die großen Gasthäuser Adler und Wolf.

 

Über die heutige Obere Bahnhofstraße und über den Leonharder Weg (früher: Lindhardter Weg) kam man von dort auf den Weg nach Malsch.

 

Im Jahr 1972 wurde es abgerissen. Im Nachhinein eine kleine bauliche Todsün- de, denn ein renoviertes altes Rathaus mit seiner historischen Fachwerkfassade wäre auch in heutiger Zeit sicherlich ein städtebaulich attraktiver Blickfang.

 

Das neue Rathaus wurde 1955/56 auf dem Platz entlang der Speyerer Straße erbaut, auf dem zuvor zwischen Ettlinger Straße und Altem Kino das Betriebs-gelände und der Bahnhof der Lokalbahn Durmersheim-Karlsruhe–Spöck, die im Volksmund „'s Lobberle“ genannt wurde, lag.

 

Eingeweiht vor 60 Jahren am 21. Oktober 1956, wurde es zur neuen Heimat der Gemeindeverwaltung, die bei immer mehr Einwohnern für die anfallenden Ver- waltungstätigkeiten immer mehr Platz brauchte, der im alten Rathaus fehlte.

 

2016, als man in Durmersheim an die 1025jährige Wiederkehr der allgemein auf das Jahr 991 datierten Ersterwähnung erinnerte, konnte das "Neue" Rat- haus somit seinen 60. Geburtstag feiern.

 

Ob das Geburtstagskind so alt wird wie sein Vorgänger ist schwer voraus- zusagen. Denn immerhin schaffte dieser 224 Jahre. Da sind die 60 Jahre, die unser Durmersheimer Rathaus mittlerweile auf dem Buckel hat, geradezu ein jugendliches Alter, obwohl der Zahn der Zeit auch schon seine Spuren hinter-lassen hat.

Bei immer umfangreicheren Aufgabengebieten muss ein Rathaus diesen ständig angepasst werden: Digitale Vernetzung, energetische Sanierung, behinderten-gerechte Zugänglichkeit - das sind nur einige der Veränderungen, denen das Geburtstagskind unterzogen werden muss, um auch in Zukunft kommunales Kompetenzzentrum un- serer Gemeinde zu sein.

 

Am 21. Oktober 1956 wurde unser Rathaus offiziell mit der symbolischen Schlüsselübergabe durch Architekt Cornelius Thielbeer an Bürgermeister Ludwig Brunner eingeweiht.

 

Das neue Rathaus entsprach architektonisch dem Zeitgeist der Nachkriegsjahre in der jungen Bundes-republik und signalisierte nach außen den Aufbruch in die Zukunft.

Zehn harte Nachkriegsjahre lagen hinter der Bevölkerung, in denen die Durmersheimer mit viel Ge- meinschaftsgeist sich und den Umlandgemeinden Zeichen setzten, dass sie sich den Anforderungen einer neuen Zeit stellen wollten und diese auch bewältigen konnten.

 

Zeugen dafür waren neben dem Rathausbau auch das große Dorffest von 1950 sowie bis 1952 der Neubau des in der Umgebung einmaligen Terrassenfreibades.

 

 

 

 

.

.

.