Unsere Gewanne

Zu den vom Aussterben bedrohten örtlichen Traditionsgütern gehören neben unserem "Durmerscher Dialekt" auch unsere Gewann- und Flurnamen. Was früher in mehr landwirtschaftlich geprägten Zeiten jedem Kind ein Begriff war, gerät heute zunehmend in Vergessenheit.

Hier und da erinnern zwar Straßennamen an die ursprüngliche Bedeutung einzelner Lagen. Aber wer nicht gerade auf der Gemarkung ein Feldgrundstück sein eigen nennt oder sich interessenhalber mit diesem Thema beschäftigt, dem sagen Namen wie "Issinger Winkel" oder "Geisterweg" wahrscheinlich wenig bis nichts.

 

Die Gesamtfläche eines Ortes bezeichnet man als Gemarkung, das Gebiet innerhalb der Marken (Grenzpunkte). Sie wird unterteilt in den bebauten Ortsteil (Ortsetter) und in den unbebauten Teil der Gemarkung, bestehend aus Äckern, Wiesen, Wald, Brachland usw., den Gewannen.

Gewann bedeutet Gewende, also Stelle wo man den Pflug wendet.

 

Flur- oder Gewannnamen kannte man schon im Mittelalter. Sie haben im Laufe der Jahrhunderte Wandlungen und Veränderungen erfahren. Einzelne Gewann- bzw. Flurnamen verschwanden aus dem Schrift- und Sprachgebrauch, neue kamen hinzu. Ebenso veränderten sich immer wieder die Schreib- weisen, oft bedingt durch die phonetische Wahrnehmung.

 

Zum Teil sind die Bezeichnungen auf die Namen ehemaliger Besitzer, auf Lage und Beschaffenheit, auf die Art des Bewuchses, auf ortsgeschichtliche Ereignisse oder auf Wege und Straßen zu umliegenden Ortschaften zurückzuführen. Die Namen tauchen in alten Akten, Lehensbriefen, Verträgen, Karten und Plänen auf.

 

Genauere Deutungen der Gewannnamen finden sich in den besagten Ortschroniken.

 

In Durmersheim verteilen sich die Gewanne auf das Hochgestade (Hardt) und das Tiefgestade.

 

Die hier aufgelisteten Namen sind dem Gemarkungsplan von 1865 entnommen, der auf einer trigo- nometrisch exakten Vermessung beruht.

 

 

 

 

 

 

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