Redemptoristenkloster Bickesheim

So sehr sich Benefiziat Engelbert Kleiser auch um die Wallfahrt bemühte, sowenig konnte diese von dem schon bejahrten und dazu noch stark sehbehinderten Geistlichen allein betreut werden. Wie bereits im 18. Jahrhundert erwog man daher erneut, in Bickesheim ein Kloster zu gründen und die Wallfahrt einer Ordensgemeinschaft zu übertragen. Das Erzbischöfliche Ordinariat in Freiburg verhan-delte in diesem Sinn mit dem Kapuzinerorden und erzielte mit diesem auch grundsätzliches Einver-ständnis.

 

Allein der 1. Weltkrieg und seine Folgen vereitelten dieses Vorhaben.

 

Die Zeitumstände brachten aber eine neue Lösung für Bickesheim. Nachdem das Elsass durch den Versailler Vertrag 1919 französisch geworden war, wurden alle deutschen Bewohner, die nicht gebür-tige Elsässer waren, von dort ausgewiesen.

 

Dies betraf auch den Redemptoristen-Pater Robert Kiefer aus Pfaffenweiler/Breisgau, der seit 1894 in Bischenberg/Elsass tätig war. Sein Orden wollte ihn daraufhin in die Schweiz beordern, wo er aber keine Aufenthaltserlaubnis erhielt. Kurzfristig kam Kiefer in Bühl unter und wohl von dort aus in Kon-takt mit Bickesheim. Bereits im Oktober 1919 bat er seinen Ordensvorgesetzten, sich an einem Wall-fahrtsort in der Erzdiözese Freiburg niederlassen zu dürfen.

 

Nach Verhandlungen mit den eigentlich für Bickesheim bereits vorgesehenen Kapuzinern erteilte Erz-bischof Nörber am 17.2.1920 den Redemptoristen die Erlaubnis, in Bickesheim eine Niederlassung zu gründen. Diese entstand noch im Juni desselben Jahres durch Zuzug von vier weiteren Ordens-angehörigen, die vorübergehend Wohnung im Kaplaneihaus bei Pfarrer Kleiser bezogen. Für sie wurde dann in den Jahren 1925/26 das heutige Kloster erbaut, das am Fronleichnamstag 1926 bezogen werden konnte. Seine weitere Geschichte wird im 1980 erschienenen Heimatbuch geschildert.

 

Die Redemptoristenpatres halfen in den umliegenden Pfarrgemeinden in der Seelsorge aus und be-treuten die Wallfahrt in Bickesheim.

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es im Kloster zeitweise auch ein Progymnasium.

 

Nach der Gründung der Pfarrkuratie St. Bernhard, aus der die heutige Pfarrei St. Bernhard hervorging, übernahmen die Redemptoristen deren Führung.

 

Im Jahr 2010 wurde das Redemptoristenkloster wegen Nachwuchsmangel geschlossen. Die Brüder und Patres verteilten sich auf andere Standorte des Ordens.

 

Damit endete ein jahrzehntelanges segensreiches und hoch geachtetes Wirken der Redemptoristen in Bickesheim.